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Zuhause im Hotel Kempinski

Der Begriff „Zuhause“ löst bei den meisten Menschen Assoziationen wie „Kindheit“, „Familie“ oder den Wunsch nach dem „Häuschen im Grünen“ aus. Die Definition im Duden ist weniger romantisch: Zuhause, die „Wohnung, in der jemand zu Hause ist“. In Klammern steht immerhin „in der man sich wohl fühlt“. Also bedeutet es ganz pragmatisch, dass man überall dort Zuhause ist, wo man sich eine Wohnung nimmt (in der man sich wohl fühlt). Warum ich das definiere? Weil ich im Gegensatz zu den meisten eine andere Vorstellung von meinem idealen Zuhause habe. Nicht weniger romantisch, nur weniger konform: Mein Traum ist es in einem Hotel zu wohnen.

LOBBY Kempinski Palais Hansen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja richtig gelesen, wenn ich morgen im Lotto gewinne, packe ich noch am selben Tag die Koffer und checke am darauf folgenden Tag im neuen Kempinski in Wien ein. Bisher hatte ich zwar ein anderes Lieblingshotel in der Stadt, in der ich zwar seit zehn Jahren lebe, die ich nach wie vor aber gerne auch noch als Touristin erlebe – das hat sich aber geändert. Am letzten Sonntag. Da durfte ich nämlich (gemeinsam mit meiner charmanten Begleitung, ebenfalls ein Hotelliebhaber und Nicht-Verächter standesgemäßen Luxus) eine Nacht im neuen Kempinski, Palais Hansen, residieren. Und ich habe jede Minute genossen. 

Das Spa mit Swimmingpool (auch für Nicht-Hotelgäste buchbar)

 

 

 

 

 

 

 

 

So wie andere davon träumen im eigenen Garten am Teich im Liegstuhl zu chillen, habe ich diese Vorstellung, wie ich morgens in blitzend weißen Laken aufwache und mich langsam zum Frühstücksbuffet bewege, wo, wie im neuen Luxushotel am Ring, bereits ein Glas Champagner und ein Frühstück, das man auch “der kleine Naschmarkt” nennen könnte, auf mich warten.

Der kleine Naschmarkt, Restaurant “Die Küche”, Frühstückszeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch es sind nicht nur die Bequemlichkeiten wie der flauschige, wie hier auch “nicht-zu-große” Bademantel oder der 24-Stunden-Zimmerservice. Es ist auch nicht der Traum, den die meisten Schreiberlinge haben, das eigene Buch im Hotel zu schreiben – wobei ich das wohl auch tun würde. Nein, was mich reizt ist das Flair, das in den großen, geschichtsträchtigen Hotels herrscht, die mondäne Atmosphäre, die Etikette. Dem Glanz und Luxus steht das Vergängliche gegenüber und dennoch hat man oft das Gefühl als ob die Geister vergangener Gäste durch die Lobby kreisen würden. Gerade in der Mitte des 19. Jahrhunderts spielten die Grandhotels mit ihren illustren Gästen aus dem Großbürgertum eine wichtige Rolle in den gehobenen und vor allem auch künstlerischen Kreisen. Literaten suchten schon immer die noblen Unterkünfte auf, zum einen natürlich auch um sich von ihrem unmittelbaren Umfeld inspirieren zu lassen, zum anderen aber auch, weil sie sich und ihr Ego dort auch gerne selbst verwöhnen ließen. Daher sind auch oft die Biografien der Künstler selbst mit den großen Hotels verwoben.

Junior Suite mit großen Einblicken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob es Vicki Baums Werk „Grand Hotel“, deutscher Titel „Menschen im Hotel“ war, das mich als Teenager nachhaltig prägte oder meine Eltern, die mit mir um die halbe Welt reisten, bevor ich das Buch überhaupt in die Hände bekam, weiß ich nicht. Geblieben ist meine Faszination für die Nobelherbergen. Das Palais Hansen Kempinski Vienna, wie es richtig heißt, hat meiner Meinung alles richtig gemacht. Eine große (die größte in Wien) Lobby mit schickem aber dezenten Interieur, ein Hauch von 1920er und Art Déco im Stile amerikanischer Filme kombiniert mit einem Pianisten am Flügel. Eine kleine, offene Bar, hochmotivierter Service und hier und da die kleinen Extras, wie etwa die feinen Bisquits zum Kaffee. 

Die kleinen Extras

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Solange sich das Einziehen finanziell noch nicht ausgeht, muss ich meine Leidenschaft erst einmal auf Stippvisiten begrenzen. Während andere in New York zur Freiheitsstatue schippern, nehme ich lieber einen Kaffee im Algonquin Hotel in der 44sten Straße, wo sich fast zehn Jahre lang Journalisten und Literaten wie Robert Benchley oder Dorothy Parker mit Schauspielern zum legendären Round Table trafen. Und auch, wenn man einmal keine prominenten Menschen dort trifft, kann man einfach die Anonymität des Hotels genießen und sich Geschichten zu dem Pärchen gegenüber oder zu den beiden älteren Damen, die mit ihren Juwelen am Handgelenk um die Wette glitzern, an dem kleinen Round Table in der Lobby beim Pianisten ausdenken. Zudem weiß man ja nie wer gerade um die Ecke kommt in so einem Hotel. Um es mit den letzten Worten des Buches „Grand Hotel“ zu sagen: Die Drehtür dreht sich, schwingt, schwingt, schwingt…

 

 

Mein Résumé: Ein geschichtsträchtiges Haus (die ganze Story des Palais Hansen auf der Website zum Nachlesen) mit Spitzen-Service – und das, obwohl es alles noch ganz frisch ist. Meine Highlights: Das Frühstück mit Laktosefreien Produkten, viel Gemüse und Obst sowie das kleine aber sehr feine Spa, in dem ich nun auch als Nicht-Gast ab und zu an den Wochenden entspannen werde. Extrapunkt: Die riesengroße Regendusche mit Computergesteuerter Temperaturanzeige.

Und im Sommer kann man dann im zweiten, bisher noch nicht eröffneten Restaurant auch im Schanigarten im Freien dinieren.

 

Palais Hansen Kempinski Vienna

Schottenring 24, 1010 Vienna +43 1 236 1000

Alle Infos, Preise und Buchungsformalitäten über die Kempinski Wien Webseite HIER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch einmal alles auf einen Blick:

 

die schroeder
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