audrey_elegance_elegant_travel_woman_audrey_hepburn_beauty-09bd416ba5a9e40f3a253e5fe6827648_h_large
0
Der letzte Schrei!

Nach der ersten Einsicht in die Schauen in Berlin und alles, was da an Kleidung, die fast schon an Zirkuskostüme erinnert, gezeigt wird, rufe ich auf zu einem kurzen Innehalten. Im Namen von Stil und Eleganz! Eine Einführung in die Idee das Da-Gewesene zu perfektionieren und nicht schon wieder mit neuen, viel zu bunten Trends aufzuwarten. 

 

Fashion Shows auf Vogue, Lala Berlin

 

Die viel zu große schwarze Sonnenbrille thront majestätisch auf ihrer zierlichen Nase. Mit den Fingern, gehüllt in lange Handschuhe, hält sie die Kaffeetasse, ab und zu nimmt sie gedankenverloren einen Schluck. Dabei lässt sie keine Sekunde das Schaufenster aus den Augen. Die Haare hochgesteckt, um den Hals schmiegtsich ein Collier. Ein Schauspiel, das sich auch heute noch hin und wieder in der 57. Straße, Ecke Fifth Avenue, in New York beobachten lässt. Das Frühstück vor Tiffany’s soll sogar eine Art Aufnahmeritual für junge Frauen, die nach New York gezogen sind, sein.

Würde man hundert modefachkundige Personen fragen, welche Schauspielerin Eleganz verkörpert, dann gäben mehr als die Hälfte der Befragten als Antwort: Audrey Hepburn. Auch wenn Grace Kellys kühle Ausstrahlung, Elizabeth Taylors klassischer Chic oder auch einige junge It-Girls wie Alexa Chung ganz weit oben auf der Liste rangieren, die rehäugige Audrey schlägt sie in Frühstück bei Tiffanys auch heute noch alle. Als Holly Golightly verlässt sie die Wohnung niemals ohne die überdimensionale Sonnenbrille, bei Regen schlüpft sie in einen einfachen Trenchcoat und sieht dabei, scheinbar ungewollt, umwerfend aus. Ob mit Zigarettenspitze, Diadem oder Schlafmaske aus Satin – ihr Credo lautet: Eleganz in jeder Lebenssituation.

Doch woran lässt sich Eleganz festmachen? Weder an teuren Accessoires, noch an aktuellen Trends. Eine Formel gibt es nicht, Richtlinien, die dazu beitragen, elegant gekleidet zu sein, aber schon. Die Metropole, die man weltweit mit Eleganz verbindet, ist nicht New York – sondern Paris. Und das nicht erst, seit Coco Chanel 1929 hier das eleganteste aller Kleidungsstücke, das „kleine Schwarze“ entwarf. Mit Schwarz, zeitlose Nichtfarbe der Modegurus, liegt man seitdem übrigens immer richtig wenn man sich elegant kleiden möchte. Einen wichtigen Grundsatz für ein geschmackvolles Erscheinungsbild bei Frauen hat Coco Chanel damals gleich mit aufgestellt: „Weibliche Nacktheit muss man den Männern mit dem Teelöffel geben, nicht mit der Schöpfkelle.“
Daraus kann man schließen, dass bauchfreie Tops, zu kurze Röcke oder bis zum Bauchnabel dekolletierte Oberteile sich jeglicher Eleganz entziehen. Abgesehen von der Zurückhaltung der Trägerin beziehungsweise des Trägers spielt aber auch der Schnitt der Kleidung eine Rolle. Schlichtheit und Geradlinigkeit geben hier den Ton an. Bei denFarben sind vor allem Harmonie und Understatement gefragt, die Materialien dürfen gerne luxuriös erscheinen, müssen aber nicht. Sie sollten nur danach aussehen. Elegante Kleidung ist dezent und unterstreicht diePersönlichkeit: Ein knielanger Blei-stiftrock ist auf jeden Fall eleganter als ein rüschenbesetzter Jeans-Mini. Die österreichische Geschichtenschreiberin Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916) sagte schon: „Wirkliche Eleganz heißt, in Rufweite hinter der Mode zu bleiben.“

Ein Leitsatz, der den Damen der damaligen Gesellschaft beim Einkleiden eine gewisseZurückhaltung abverlangte. So pflegte man einen Abstand zu den neuesten Trends einzuhalten, um aus sicherer Distanz bewerten zu können, was man tragen konnte und was nicht. Aus Farben und Formen, die sich über längere Zeit hinweg hielten, wurde dann, in gediegener Variante, die eigene Garderobe zusammengestellt. So ist es auch nicht verwunder-lich, dass das Adjektiv „elegant“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen „élegant“ für „wählerisch, geschmackvoll“entlehnt wurde. Die spätere Verwendung stammt von „élire“, das bedeutet „auslesen“. Um sich elegant zu kleiden, war bisher also eines wichtig: sich nicht blindlings an den allerneuesten Modeideen zu orientieren. Kurz: Dieser Grundsatz gilt eigentlich bis heute. 

 

ELEGANZ – oder nicht, ist hier die große Frage:

Leandro Cano, Gewinner des Nachwuchsawards „Designer for Tomorrow by Peek & Cloppenburg Düsseldorf“ 2012, seine erste eigene Fashionshow auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Seine Kollektion ÁNIMA besticht durch üppige Silhouetten und detailreiche Keramikapplikationen.

 

 

 

 

Zwei Avantgarde Labels, eine Vision: SEBASTIAN PROFESSIONAL und AUGUSTIN TEBOUL setzten globale Style-Akzente auf der Berlin Fashion Week

 

 

die schroeder
Website
Your Name Email Website


6 + seven =