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Coco’s Jacke

Über die Königin des guten Stils: Klassisch und revolutionär zugleich: Die Chanel-Jacke

Egal, ob wir sie ganz hip zu ausgewaschenen Jeans, lässig über ein T-Shirt oder elegant mit einem Rock als Kostüm tragen – bei diesem Kleidungsstück sind sich alle Modeexpertinnen einig: Es gibt kein vergleichbares Utensil, das vergangene Zeiten, große Modekunst und Stilgefühl so in sich vereint wie die Chanel Jacke. Sie ist glamourös, schick und legendär und macht jedes Outfit zum Fashionstatement.

Als Gabrielle Bonheur Chanel, die sich salopp Coco nannte, 1909 ihr Hutatelier in Paris eröffnete, war sie die Mode-Rebellin schlechthin. Zu schlicht war der Stil der gelernten Näherin vom Land für viele Damen und Herren der feinen Gesellschaft, die damals vor allem opulente, ausladende Roben bevorzugten. Die Garderobe von Coco war geprägt durch „das Weglassen“ jeglichen Schnickschnacks. Ihre „einfachen“ Kreationen, die alles andere als einfach in der Herstellung waren, weil sie großen Wert auf korrekte Handarbeit und hochwertige Materialien legte, trafen jedoch den modischen Nerv einiger wohlhabender Damen und die Pariser High Society fand schnell Gefallen an Mademoiselle Coco’s modernen Hutkreationen. 1918 eröffnete sie ihre erste Boutique in der Pariser Rue Cambon 21, um die Ecke des legendären Hotel Ritz, in der sich heute noch der Hauptsitz des Unternehmens mit Atelier und Flagship-Store befindet.

Die erste Chanel Jacke fertigte Coco bereits 1916. Das Besondere an der Jacke war nicht nur ihr androgyner Schnitt, sondern auch das Material: Dehnbarer Woll-Jersey, der bis zu diesem Zeitpunkt nur für Männer-Unterwäsche verwendet wurde, was natürlich einen Skandal auslöste. 1954 belebte Coco Chanel das legendäre Design erneut, indem sie die Jacke erstmal in Tweed Stoff kreierte. Sie rebellierte damit gegen die gängigen Looks der Nachkriegsmode, vor allem gegen die engen, unnatürlichen Kleider von Christian Dior, der in ihren Augen die Frauen dazu nötigte, sich auf eine 60 cm Taille runterzuhungern. Coco wollte den Frauen Kleidung geben, die ihrem aktiven Lebensstil entsprachen und deshalb bequem sein sollten. Die Ärmellänge als auch der Sitz der Taschen konnten speziell auf die Figur jeder Frau angepasst werden, sie selbst bevorzugte ¾ lange Ärmel, weil sie gerne ihren Schmuck zeigte. Bei Chanel-Jacken werden Futter und Oberstoff der Jacke auch heute noch aufeinander gequilted, was den Teilen eine unglaubliche Festigkeit verleiht – ohne dass die Jacke durch zusätzliche Materialien schwerer wird. Zudem ist das Futter immer aus Dupion Seide, was sehr angenehm auf der Haut ist, edel aussieht und ebenfalls zu dem leichten Tragegewicht beiträgt. Der Preis für ein solches Meisterwerk aus dem Hause Chanel beginnt liegt bei etwa 4.000 Euro.

Aufmacher-Bild:

Coco Chanel 1964 in ihrer legendären Jacke mit Borten und Perlenkette. Foto Cartier – Bresson

 

 

die schroeder
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